Belegschaften schlagen Alarm bei Sunday-Übernahme
Der indische Konzern Prism (Oyo) soll 24 Hotels der insolventen Revo-Gruppe übernehmen und will diese unter der Marke Sunday betreiben. Hotel vor9 liegt exklusiv die Liste der betroffenen Häuser vor. Aus dem Umfeld der Belegschaften gibt es massive Kritik an der Art und Weise, wie der neue Betreiber dort auftritt.
Dorint
Auch das Dorint Main Taunus Zentrum wechselt im Zuge der Revo-Insolvenz zu Prism und wird künftig ein Sunday-Hotel
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Hoteliers stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen, um ihre Auslastung und ihren Ertrag optimal zu steuern. Die Vielzahl an Vermittlungsportalen ist dabei Fluch und Segen zugleich. Bei der GetAway Group ist es möglich, mit nur einem Login sieben Portale zu steuern und dabei die Wertigkeit des Angebots zu steigern. Hotel vor9
Nach Informationen von Hotel vor9 handelt es sich um folgende 24 Hotels, die künftig unter der Prism-Marke Sunday-Hotels geführt werden sollen: Dorint am Main Taunus Zentrum Frankfurt/Sulzbach, Dorint an der Kongresshalle Augsburg, H+ Hotel & SPA Friedrichroda, H+ Hotel Bad Soden, H+ Hotel Hannover, H+ Hotel Köln Brühl, H+ Hotel Köln Hürth, H+ Hotel Leipzig-Halle, H+ Hotel Nürnberg, H+ Hotel Stade Herzog Widukind, H+ Hotel Stuttgart Herrenberg, H+ Hotel Wiesbaden Niedernhausen, H+ Hotel Willingen, H2 Hotel Düsseldorf Seestern, H4 Hotel Kassel, Hotel des Nordens (Flensburg), Hotel Schloss Neustadt-Glewe, Mercure Hotel Berlin City West, Mercure Hotel Garmisch-Partenkirchen, Mercure Hotel München Airport Freising, Ramada by Wyndham Flensburg, Vienna House Easy Bonn, Vienna House Easy by Wyndham Leipzig, Vienna House Easy Frankfurt Airport Kelsterbach.
Ein professionelles Onboarding wird vermisst
Hotel vor9 hatte bereits berichtet, wie robust der indische Konzern die Übernahme des Dorint-Hotels in Augsburg organisiert. Nun gibt es weitere Hinweise von Belegschaften, die darlegen, dass auch an ihren Standorten der Übernahmeprozess weitgehend unvorbereitet und chaotisch verläuft. Ein professionelles Onboarding sei nicht erkennbar. Es gebe weder vorbereitete Einkaufsverträge noch ein funktionierendes Channel-Management noch klare Ansprechpartner. Ein Informant beschreibt die Situation so, als würde man ein Hotel komplett neu eröffnen, ohne überhaupt zu wissen, wo man künftig Lebensmittel oder Getränke beziehen könne.
Aktuell greifbar sind 24 Prism-Mitarbeiter, je eine Person pro Hotel, die sich direkt um das Onboarding kümmern würden. Viel mehr Personal gebe es hier in Deutschland nicht, der Großteil werde aus Indien gesteuert. Teilweise seien die Buchungsportale von Prism von außen neu aufgesetzt worden, ohne die Häuser vorab einzubinden. Grundlegende Angaben wie Check-in- und Check-out-Zeiten seien erst abgefragt worden, nachdem die Portale bereits online waren. Mit entsprechenden Fehlern in den Einträgen. In Häusern mit Betriebsräten komme hinzu, dass erkennbar sei, dass Prism offenbar keine Erfahrung mit deutschen Mitbestimmungsrechten habe.
Auch bei Dancenter gab es massive Probleme
Die Probleme bei den Sunday-Hotels sind nicht das erste schwierige Übernahmeprojekt von Prism in Europa. Bereits 2019 kaufte der damals noch unter dem Namen Oyo firmierende Konzern den dänischen Ferienhausvermittler Dancenter. Auch dort kam es in der Folge zu erheblichen Problemen. Laut Hamburger Abendblatt vermietete Dancenter im Rahmen einer Kampagne namens "Smart Booking" unabgestimmt Ferienhäuser in Zeiträumen, in denen die Eigentümer diese für sich selbst blockiert hatten. Die Folge waren hunderte, möglicherweise tausende kurzfristige Stornierungen. Kunden konnten ihren gebuchten Urlaub nicht antreten.
Im März 2025 berichteten außerdem das Hamburger Abendblatt und die Bild-Zeitung, Dancenter habe die Kunden im großen Stil mit manipulierten Online-Bewertungen getäuscht, die man von einer KI hatte schreiben lassen. Häuser wurden etwa als "idyllisch in den Dünen" beschrieben, dabei standen diese tatsächlich auf freiem Feld. Ferienhäuser, die neu ins Portfolio aufgenommen worden waren, hatten plötzlich Bewertungen aus dem vergangenen Jahr.
Zusammen mit den übernommenen Revo-Hotels kommt Prism nach Recherchen von Hotel vor9 derzeit in Deutschland auf 41 Hotels, eine beachtliche Größe. Aus dem Markt ist zu hören, dass noch weitere Häuser folgen sollen, teilweise auch noch zusätzliche Häuser aus der Revo-Insolvenz.
Pascal Brückmann