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6. Mai 2026 | 07:00 Uhr
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Gastgewerbe verzeichnet neuen Höchststand bei Insolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat im April einen neuen Höchststand erreicht. Besonders stark betroffen ist die Hotellerie, in der das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ungewöhnlich viele Pleiten registriert. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Insolvenzwelle in den kommenden Monaten anhält.

Insolvenz Symbol Pleite Stempel

Die Insolvenzen sollen laut IWH noch weiter ansteigen

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt weiter. Nach Angaben des IWH lag die Zahl der Insolvenzen im April bei 1.776 und damit über dem Rekordwert aus dem März. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Juni 2005 verzeichnet.

Hotellerie besonders betroffen

Eine detaillierte Branchenstatistik liefert das Statistische Bundesamt nicht. Das IWH erhebt jedoch eigene Daten und meldet für April neue Höchststände in mehreren Bereichen. Neue Höchststände wurden laut IWH in Hotellerie und Gastronomie erreicht. Auch im Grundstücks- und Wohnungswesen erreichten die Zahlen neue Rekordwerte. Handel und Dienstleistungen verfehlten diese nur knapp. Regional stechen Bayern und Berlin mit neuen Höchstständen hervor. In der Hauptstadt erklärt sich der Rekordwert laut IWH durch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Hotelinsolvenzen.

Viele Arbeitsplätze betroffen

Die Folgen der Pleiten sind erheblich. In den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen waren im April knapp 20.000 Arbeitsplätze betroffen. Das entspricht einem Plus von 43 Prozent gegenüber März und 39 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vor-Corona-Durchschnitt liegt der Wert mehr als doppelt so hoch. Zwei Großinsolvenzen im Handel trugen mit rund 6.000 Stellen wesentlich dazu bei.

Keine Entspannung in Sicht

Frühindikatoren des IWH zeigen für Februar bis April beängstigende Werte. Sie laufen dem Insolvenzgeschehen üblicherweise zwei bis drei Monate voraus. Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, erwartet daher "bis einschließlich Juli sehr hohe Insolvenzzahlen". Lediglich im Mai könnte die geringere Zahl an Werktagen den Anstieg etwas bremsen.

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